Durch die verhaltensbedingte Kündigung wird insbesondere die Vertragsverletzung des Arbeitnehmers angesprochen. Es sind eine Vielzahl von Verstößen durch den Arbeitnehmer denkbar, welche eine Kündigung rechtfertigen können. Anders als bei anderen Kündigungsgründen, muss der Arbeitnehmer grundsätzlich schuldhaft gehandelt haben.

Wann ist eine verhaltensbedingte Kündigung Rechtmäßig?

Wann eine verhaltensbedingte Kündigung rechtmäßig ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Umstände des Einzelfalles sind stets zu prüfen, daher lassen sich keine pauschalen Aussagen treffen. Es müssen grundsätzlich die Folgenden Kriterien vorliegen.

Es muss zunächst ein vertragswidriges Verhalten vorliegen, welches als Kündigungsgrund des § 1 Abs. II S. 1 KSchG in Betracht kommt. Es kommen beispielsweise folgende Gründe in Betracht (Aufzählung nicht abschließend).

  • Beleidigungen von anderen Mitarbeiters und Vorgesetzten
  • Wiederholtes unentschuldigtes Fehlen
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • Alkohol am Arbeitsplatz
  • Diebstahl
  • Vortäuschen einer Krankheit
  • Straftaten

Wie sich bereits aus der Aufzählung zeigt, ist die Schwere der Verstöße unterschiedlich hoch, sodass auch immer eine unterschiedliche Bewertung vorzunehmen ist.

Des Weiteren ist auch bei der verhaltensbedingten Kündigung eine negative Prognose notwendig. Der Arbeitgeber muss damit rechnen dürfen, dass der Arbeitgeber auch in Zukunft diese Pflichtverletzungen verwirklichen wird.

Genauso wie bei einer personenbedingten Kündigung oder einer betriebsbedingten Kündigung handelt es sich bei einer personenbedingten Kündigung um das letzte zu ergreifende Mittel. Der Arbeitgeber muss also prüfen, ob eine mildere Handlungsalternative vorliegt. Hiergegen verstoß der Arbeitgeber beispielsweise, wenn er den Arbeitnehmer mit einer anderen freien Stelle Weiterbeschäftigen könnte und davon ausgegangen werden müsste, dass das Fehlverhalten sich dadurch nicht wiederholt.

Letztlich muss auch hier eine Interessenabwägung zwischen den berechtigten Interessen des Arbeitgebers und den Interessen des Arbeitnehmers vorgenommen werden. Hierbei sind sämtliche Kriterien des Arbeitsverhältnisses zu berücksichtigen. Zu den Kriterien gehören beispielsweise die Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Was können wir für Sie tun?

Wenn Sie Fragen zu einer verhaltensbedingter Kündigung haben, helfen Ihnen die Rechtsanwälte der PSH Rechtsanwälte Potrafke Schütze Houben Partnerschaftsgesellschaft aus Mönchengladbach gerne weiter. Wir beraten Sie im Vorfeld einer Kündigung, führen aber auch Kündigungsschutzprozesse vor dem Arbeitsgericht.


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